Sie sind hier: Startseite Bereiche Alpine Technologien Bau News Klimawandel & nachhaltiges Bauen Internationales Symposium von TIS, EURAC & FUB über nachhaltige Gebäude

Klimawandel & nachhaltiges Bauen Internationales Symposium von TIS, EURAC & FUB über nachhaltige Gebäude

Sind die Fenster nach Süden hin ausgerichtet, dann müssen sie klein sein, große Glasfenster jedoch gehören in die nach Norden orientierte Gebäudewand: Dies sind nur zwei der Strategien, die im Laufe des internationalen Symposiums „In Case Of Sun“ herausgearbeitet wurden. Organisiert wurde das zweitätige Symposium vom TIS innovation park und der EURAC – in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen. Bei der Veranstaltung ging es um energieeffizientes Bauen in warmen Gebieten, um Wärmepumpen und Sonnenkollektoren. Der erste Tag der Veranstaltung wurde vom Cluster Bau des TIS innovation park gestaltet und an der Universität Bozen abgehalten. Hier ging es vor allem um die Themen Passivhäuser im Mittelmeerraum, solare Kühlung und innovative Techniken zur Tageslichtnutzung. Über 100 Interessierte nahmen an der Veranstaltung von letzter Woche teil.

Einer der Referenten der Veranstaltung war Professor Alessandro Rogora vom Polytechnikum Mailand. In seinem Vortrag ging es um die richtige Ausrichtung der Fenster. Kleine Fenster sollen in Wände eingebaut werden, die nach Süden gerichtet sind. großzügige Verglasungen jedoch sollten nach Norden ausgerichtet sein: Nur dadurch verhindert man eine Temperaturzunahme im Inneren des Gebäudes. Im Gegensatz zu den nach Süden ausgerichteten Fenstern lassen die nach Norden zeigenden Öffnungen das Sonnenlicht nämlich nicht direkt eindringen. Diese und andere Themen des Symposiums sind Teil des europäischen Projektes Enerbuild des Alpine Space Programme, das durch den TIS innovation park, die EURAC, die Universität Bozen und andere internationale Partner vorangebracht wird. Enerbuild möchte dabei zeigen, dass man auch in Südeuropa und in Ländern mit mediterranem Klima energetisch hoch effiziente Gebäude errichten kann. Allerdings genügt es auch in anderen Zonen Zentraleuropas nicht mehr, die Bauwerke nur gegen Kälte zu schützen: Es muss verstärkt daran gedacht werden, diese so zu gestalten, dass sie auch während der immer heißer werdenden Sommermonate komfortabel sind. Das Klima auf der Erde ist in einem Wandel begriffen: Die Versteppung nimmt zu, tropische Bedingungen verlagern sich in Europa zunehmend nach Norden. Folglich sind auch die Winter nicht mehr so wie früher und extrem kalte Phasen wechseln sich heute mit äußerst milden Zeitabschnitten ab. Bis zum Jahr 2100 wird in Europa – vor allem im Norden – ein Anstieg der jährlichen Durchschnittstemperatur um etwa 2°C erwartet. Diese Daten zwingen zum Nachdenken – auch im Baubereich. Um den Klimawandel nicht weiter voranzutreiben, müssen zudem nachhaltige Lösungen gefunden werden, welche die Nutzung erneuerbarer Energiequellen – etwa der Sonne – begünstigen. Am ersten Tag der im Zeichen der Sonnenenergie stehenden zweitägigen Veranstaltung „In Case Of Sun“ wurden Klimahausplanern, Betreibern und Anlagentechnikern die neuesten Technologien zur Nutzung der Solarenergie zur Gebäudekühlung vorgestellt.

Der erste Tag der zweitägigen Veranstaltung wurde vom Cluster Bau des TIS innovation park in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen organisiert; Thema war „Eco Buildings In Hot Climates“. Neben Professor Rogora haben auch andere internationale Referenten daran teilgenommen. Paola Leardini von der University of Auckland in Neuseeland hat über die Erfahrungen mit Passivhäusern in ihrer Stadt berichtet. Jürgen Schnieders vom PassivHaus Institut in Darmstadt referierte über die Passivhäuser im mediterranen Raum. Veronica Garcia Hansen von der Queensland University of Technology in Australien stellte darüber hinaus die Vorteile des innovativen Systems der Tageslichtnutzung vor: Es handelt sich dabei um Rohre, die über ein System von Spiegeln das Tageslicht auf dem Dach einfangen und ins Gebäudeinnere leiten. Das letzte Referat des Tages hielt Simone Bussotti von der Unternehmensgruppe Loccioni, einer Holding aus der Region Marken, die sich auf internationalem Niveau mit Messungen und Qualitätskontrollen, mit Biomedizin und Green-Economy befasst. Simone Bussotti stellte das Projekt Leaf Community vor: Die erste Null-Emissions-Community in Italien zeichnet sich durch verschiedenste umweltschonende Maßnahmen aus: Regenwasser wird beispielsweise gesammelt und im Sanitärbereich sowie zur Bewässerung verwendet. Die Häuser sind nach Süden ausgerichtet, um die Sonnenenergie zu nutzen. Sie sind auch alle mit Photovoltaikpaneelen ausgestattet und sowohl innen als auch außen isoliert. Auch die Türen und Fenster sind isoliert, um den Wärmeverlust im Winter und das Eindringen der Wärme im Sommer so gering wie möglich zu halten.

Die Vorträge stehen nachfolgend zum Download zur Verfügung:

KlimaHaus nature, das neue Zertifizierungssystem (2,8 MB)
Ulrich Klammsteiner – KlimaHaus Agentur





 

Naturbaustoffe, wohin geht der Weg?
Siegfried Camana – ANAB



 

Passivhäuser im Mittelmeerraum (3,3 MB)
Jürgen Schnieders – Passivhaus Institut Darmstadt (DE)





Neuseeland Passivhaus: Erfahrungen aus Auckland
Paola Leardini – University of Auckland (NZ)




 

Ausgleich von Tageslicht- und Wärmeeintrag zur Verbsserung der thermischen Behaglichkeit im Sommer (3,7 MB)
Alessandro Rogora  – Politecnico di Milano







 

Von B nach A ohne Kostensteigerung
Michael Tribus – Michael Tribus Architecture




 

SOLARTUBE - neue Tageslichtsysteme
Veronica Garcia Hansen – Queensland University of Technology (AUS)





 

Solar cooling: Gebäudekonditionierung mit Solarenergie (1,4 MB)
Francesco Besana – EURAC






 

Vergleich von Bürogebäuden mit niedrigem Energieverbrauch im klimatischen Kontext (1 MB)
Roberto Lollini – EURAC






 

LEAF House: Die Zukunft der Null-Energie-Gebäude
Simone Bussotti (2,3 MB)
– Gruppo Loccioni


 

Artikelaktionen

120111-logo-provinzbz

070704StiftungSparkasse