Traditionelle Berufe zu „Green Jobs“ machen
40 Millionen Arbeitsplätze sind weltweit im Zuge der aktuellen Wirtschaftskrise verloren gegangen. Green Jobs – also Berufe im Bereich erneuerbare Energie – könnten eine Antwort auf das Problem um sich greifender Arbeitslosigkeit und versiegender Rohstoffquellen sein.
Das jedenfalls ist die Meinung von Enrico Tezza von der International Labour Organization der Vereinten Nationen. Im Rahmen des Workshops „Human Space Managenment“ analysierte Tezza die Zusammenhänge zwischen Arbeitswelt und ökologischen Herausforderungen. In einem weiteren Vortrag beleuchtete Paolo Moscatelli von der Loccioni-Gruppe aus Ancona die soziale Dimension der Berufswelt. Organisiert wurde der Workshop vom Cluster Bau des TIS innovation park.
Traditionelle Berufe des Baugewerbes zu Green Jobs – also zu Berufen machen, die nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen umgehen - ist ein praktischer Vorschlag, den die International Labour Organization (ILO) der Vereinten Nationen macht, um einen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit anzustoßen. So könne sich beispielsweise ein Elektroinstallateur auf den Einbau von Photovoltaikanlagen spezialisieren. Damit würde er einerseits eine umweltfreundliche Technologie fördern und die eigene Wettbewerbsfähigkeit steigern, weil er sich auf eine wachstumsstarke Nische konzentriert. „Es ist unglaublich wichtig, dass es uns gelingt, dass weiterhin möglichst viele Menschen in Wohlstand leben können, weil wir nur so soziale Stabilität garantieren können“, erläuterte Enrico Tezza in seinem Vortrag.Nachhaltige Entwicklung bedeutet daher also nicht nur, ökologische und ökonomische Aspekte zu berücksichtigen, sondern auch soziale.
Ein gelungenes Beispiel dafür wie die sozialen Bedürfnisse von Mitarbeitern maßgeblich berücksichtigt und damit die Zusammenarbeit von Kollegen verbessert und dadurch wiederum die Arbeitsleistung gesteigert werden kann, gibt die Loccioni Gruppe aus Ancona. Loccioni wurde in sechs aufeinander folgenden Jahren zum „BestWorkPlaces“ in Italien gekürt. Loccioni-Mitarbeiter Paolo Moscatelli erläuterte bei dem Workshop im TIS wie dem Technologie-Unternehmen dieses Kunststück gelingt: „Bei Loccioni wollen wir nicht nur, dass die Mitarbeiter Verantwortung übernehmen, sondern auch, dass sie bei der Arbeit, die sie verrichten zufrieden sind“, erklärte Moscatelli und schilderte die Erfahrungen des Unternehmens mit der so genannten Play Factory, einem Raum, in dem die Mitarbeiter auf spielerische Weise – in Form unternehmensinterner Ideenwettbewerbe - innovative Maßnahmen entwickeln können. Die Play Factory, so Moscatelli hätten den Teamgeist und die Kreativität der Mitarbeiter langfristig positiv beeinflusst.
„Diese Form der nachhaltigen Mitarbeitermotivation und die Förderung der Kommuniktaion zwischen Mitarbeitern von Unternehmen entspricht genau der Vorstellung von „Human Space Management“, die wir beim Cluster Bau verstärkt in die Tat umsetzen“, erklärt Gabriele Paglialonga, Manager des Cluster Bau des TIS innovation park. Ab 22. Mai 2009 findet daher auch ein einjähriger Kurs zum Thema Human Space Mangement am TIS innovation park statt. Anmeldungen zu diesem Kurs sind hier möglich.

