Keine halben Maße
Wanderer kennen sie, diese sauber gestapelten Holzstämme am Wegesrand. Bislang brauchte man etwa einen Arbeitstag, um diese so genannten Holzpolter zu vermessen. Dank der Software eines dänischen Unternehmens kann man Holzpolter mit einem Volumen von 300 m3 in bloß zwei Minuten digital vermessen. In Zusammenarbeit mit der Forstschule Latemar hat der Cluster Holz & Technik des TIS innovation park einer Gruppe von Förstern und Mitarbeiter Südtiroler Sägewerken diese Software nun vorgestellt: Sie errechnet das Volumen und die Anzahl der einzelnen Holzstämme vollkommen digital. Der Vorteil: es geht nicht nur schneller, sondern gestaltet sich für den Arbeiter auch sicherer, muss nämlich bei der konventionellen Holzvermessung jeder Baumstamm einzeln mit dem Autokran bewegt werden.
Der Holzpolter wird von mehreren Videokameras erfasst, die auf einem PKW befestigt sind; die integrierte Software errechnet das Volumen und die Anzahl der einzelnen Holzstämme. Für den Fall, dass einige Baumstämme auf Grund ihrer Position digital nicht erfasst wurden, können diese Daten auch nachträglich per Hand eingefügt werden. „In Südtirol werden die Holzstämme zurzeit noch manuell vermessen: Mehrere Arbeiter müssen jeden Stamm einzeln vermessen, die dann mit einem Autokran zu einem Holzpolter gestapelt werden“, sagt Christoph Mühlberg vom Cluster Holz & Technik des TIS innovation park und Organisator der Software-Vorführung. „Dieses Verfahren ist nicht nur gefährlich, sondern bringt auch einen hohen Arbeits- und Ressourcenaufwand mit sich“, so Mühlberg weiter.
In einer Sitzung der Arbeitsgruppe „Holzschlägerungsunternehmen“, die im Cluster Holz & Technik des TIS gegründet wurde, kristallisierte sich die Notwenigkeit heraus, die neuen auf dem Markt vorhandenen Holzvermessungs-Technologien zu analysieren. Als der Cluster zusammen mit einer Gruppe Südtiroler Unternehmen die Messe INTERFORST in München besuchte, lernten die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe das dänische Unternehmen kennen.

