Zurück aus dem hohen Norden
Drei von vier Häusern in Norwegen sind Holzbauten. Beispiele norwegischer Holzbauarchitektur, eingesetzte Dämmmaterialien und Konstruktionstechniken waren daher die Themen einer Studienreise nach Stavanger und Oslo des Cluster Holz & Technik des TIS innovation park. 23 Südtiroler Zimmerer, Holzbauer, Ingenieure und Architekten nahmen an dieser Studienreise teil und stellten fest, dass Südtirol in punkto Energieeffizienz gegenüber Norwegen über einen Technologievorsprung verfügt.
Besichtigt wurden verschiedene private und öffentliche Bau-Objekte. Geleitet wurden die Besichtigungen von Vertretern der Abteilung für energieeffizientes Bauen der norwegischen Architektenkammer.
In Stavanger besichtigte die Südtiroler Gruppe einen Kindergarten, mehrere Reihenhaussiedlungen, ein Studentenwohnheim, eine Holzfabrik und verschiedene Bürogebäude, alle rigoros in Holz gebaut. Entstanden sind viele dieser Objekte im Jahr 2008 als Stavanger europäische Kulturhauptstadt war und mit dem Projekt „ Norwegian Wood“ den nachwachsenden Rohstoff Holz und seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Hausbau ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte.
Zählt Norwegen bei der Verbreitung und der Kunstfertigkeit im Holzbau zu den Traditionsländern, gibt es in dem skandinavischen Land in punkto Energieeffizienz noch großen Nachholbedarf. Während das Passivhaus- oder Klimahauskonzept im Alpenraum weit verbreitet ist, ist es in Nordeuropa beinahe gänzlich unbekannt. Das erste Passivhaus Norwegens entsteht derzeit in Oslo – befindet sich also noch im Bau. "Bei der Studienreise konnten wir lernen, dass Südtirol mit energieeffizienten Holzhäusern – also mit Passivhäusern oder Klimahäusern aus Holz – einen Wettbewerbsvorteil im internationalen Kontext herausarbeiten kann und den Vergleich mit Holzbau-Traditionsländen wie Norwegen nicht zu scheuen braucht", fasst Paolo Bertoni, Cluster Manager des Clusters Holz &Technik des TIS innovation park, das Ergebnis der
Studienreise zusammen.

