Nachhaltiges Wassermanagement durch Speicherbecken
Wasser ist eine wertvolle natürliche Ressource. Unter ökologischen und ökonomischen Aspekten ist es unabdingbar, mit ihr sparsam und schonend umzugehen. Das gilt im Besonderen bei der Erzeugung technischen Schnees für die Beschneiung Südtiroler Skipisten. Im Rahmen einer Studie, die vom Cluster sports- & winterTECH des TIS innovation park durchgeführt und vom Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) finanziert wurde, wurden das Wassermanagement in Südtirols Skigebieten und die Errichtung von Speicherbecken unter die Lupe genommen. Die Studie wurde im Rahmen einer Pressekonferenz am 28. September im TIS erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Das Ergebnis der Studie: Standortwahl und die Berücksichtigung der ökologischen Gegebenheiten sind wesentliche Punkte, die vor dem Bau von Speicherbecken berücksichtigt werden müssen. Zusätzlich müssen Möglichkeiten zur Mehrfachnutzung von Speicherbecken und die genaue Errechnung ihrer Wirtschaftlichkeit in Betracht gezogen werden. Ein grundsätzliches Modell zum Wassermanagement in Südtirols Skigebieten – auch das ein Ergebnis der Studie – kann aufgrund der vielen unterschiedlichen Gegebenheiten in den verschiedenen Skigebieten nicht erstellt werden. Im Rahmen der EFRE-Studie konnte aber ein Leitfaden, in Form einer Checkliste, ausgearbeitet werden. Diese Checkliste soll Skigebietsbetreibern und Entscheidungsträgern eine bessere Übersicht zur Gesamtsituation des Wassermanagements im Skigebiet geben und als Entscheidungs- und Planungshilfe beim Bau von Wasserspeicherbecken dienen. „Auf Grund der vielen Variablen und Daten, welche der Beurteilung zu Grunde liegen, kann leider keine einheitliche Leitlinie für ein Wassermanagementmodell in Skigebieten festgelegt werden“, sagt Thomas Egebrecht vom Cluster sports- & winterTECH. „Die Studie enthält jedoch allgemein gültige Kriterien, es liegt nun an den Akteuren selbst zu entscheiden, ob diese angewandt werden sollen oder nicht“.
In Südtiroler Skigebieten werden circa 90 Prozent aller Pisten technisch beschneit. Der technische Schnee besteht aus reinem Wasser und Luft und ist die Grundlage für den Wintertourismus in Südtirol. Aus einem Kubikmeter Wasser werden 2,2 Kubikmeter Schnee produziert. Das Wasser wird entweder aus Bächen, Flüssen oder Seen abgeleitet und in Schnee verwandelt, der im Frühjahr wieder schmilzt und so in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt wird. Für die technische Schneeproduktion werden in Südtirol 0,07 Prozent der Wasserressourcen verwendet. Um ein nachhaltiges Wassermanagement zu garantieren, können in Skigebieten Wasserspeicherbecken anlegt werden. Im Rahmen einer EFRE-Studie ermittelte der Cluster sports- & winterTECH des TIS in einem ersten Schritt den Ist-Zustand des Wassermanagements in den Skigebieten Südtirols. Danach wurden Kriterien zu technischen Aspekten und zum umweltschonenden Bau von Wasserspeicherbecken entwickelt. Das Um und Auf beim Bau von Wasserspeicherbecken ist deren ideale Positionierung, sodass die Befüllung der Becken und die Beschneiung der Pisten so wenig Energieaufwand wie möglich erfordern.
Standortwahl, Ökologie und Umwelt, Möglichkeiten zur Mehrfachnutzung und Wirtschaftlichkeit sind wichtige Faktoren, die vor dem Bau neuer Speicherbecken zu berücksichtigen sind. Zu den wichtigsten Punkten zählen hier etwa: eine gute Geländebeschaffenheit, die Beachtung von Natur- und Wasserschutzzonen, eine „natürliche“ Bauform, damit die Becken sich harmonisch ins Landschaftsbild einfügen und somit einen touristischen Mehrwert darstellen können. Die Mehrfachnutzung der Becken, etwa für Beregnung oder als Löschwasserreservoir, wurde zudem überprüft.

