Südtiroler Know-how in China
Erfahrung und Know-how der Südtiroler Bergrettung sind nicht nur hierzulande, sondern auch im fernen China geschätzt und gefragt. Im Auftrag eines chinesischen Skiresorts organisierte der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol in Zusammenarbeit mit dem Cluster Sports & winterTECH des TIS innovation park einen sechstätigen Pistenrettungskurs für eine Gruppe von Skiresort-Mitarbeitern.
Eine vierköpfige Gruppe des Bergrettungsdienstes im Alpenverein Südtirol machte sich Ende November ehrenamtlich auf den Weg nach China, genauer gesagt nach Urumqi, der Hauptstadt der westlichsten Provinz Chinas Xinjiang. Hier liegt das neu errichtete Silk Road International Ski Resort, das größte Skigebiet im Nordwesten Chinas. Bei der Errichtung und Ausstattung dieses Skigebietes war der im Herbst verstorbene Erwin Stricker federführend dabei, drei weitere Mitgliedsunternehmen des Cluster sports- & winterTECH im TIS konnten Aufträge abwickeln.
25 Personen aus drei verschiedenen Skigebieten nahmen am theoretischen und praktischen Grundlehrgang zur Rettung von Verletzten auf der Piste teil. „An Praxisbeispielen mangelte es nicht. Allein am ersten Tag hatten wir 8 Einsätze zu bewältigen: von Zerrungen über Brüche bis hin zu anderen Traumata war alles dabei. Die meisten Verletzungen rühren daher, dass etwa 95 Prozent der Touristen Skianfänger sind und ihr skifahrerisches Können falsch einschätzen“, erzählt Oskar Zorzi von der Südtiroler Bergrettung.
Was vor Ort fehlte, waren vor allem Erste-Hilfe-Materialien und Know-how. „Technisches Gerät war dagegen teilweise vorhanden, jedoch wusste man nicht, damit umzugehen“, so Zorzi. Das Bergrettungsteam war mit dem Einsatz der Kursteilnehmer sehr zufrieden. „Die Gruppe war sehr motiviert, interessiert und lernte schnell. Wir waren angenehmen überrascht, welchen hohen Expertenstatus man uns Südtiroler Bergrettern bescheinigte“, so Zorzi und betonte außerdem, dass die gesamten Kosten für den Pistenrettungskurs von der dortigen Skigebietsleitung bezahlt worden sind.
Für die Zukunft sind weitere Pistenrettungskurse in China geplant, weiß Thomas Egebrecht, Manager des Clusters Sports & winterTECH zu berichten. Egebrecht war selbst in China dabei und einige Tage gemeinsam mit dem Chinesischen Skiverband auf Lokalaugenschein in Sachen Planung neuer Skigebiete. „Neben dem steigenden Interesse für Wintertechnologie „made in Südtirol“ gewinnen sicherheitsrelevante Themen zunehmend an Relevanz“, so Egebrecht. Der Chinesische Skiverband habe großes Interesse an einem einheitlichen Ausbildungsprogramm für Pistensicherheit und Pistenrettung. Der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol wäre ein sehr kompetenter und willkommener Partner. Man werde jetzt gemeinsam mit dem Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol die Möglichkeiten prüfen und dem Chinesischen Skiverband dann ein sinnvolles, auf Nachhaltigkeit aufgebautes Ausbildungskonzept präsentieren.

