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Wintertechnologie zum Anfassen

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Wintertechnologie, Skigebietsplanung und Pistenpräparierung live und in Begleitung von Experten erleben: möglich machte dies die snowTOUR Südtirol, die vom 15. bis 17. Dezember stattfand. Im Rahmen dieser technologischen Sight-Seeing-Tour in den Südtiroler Skigebieten Karersee, Kronplatz, und Gröden konnten Fachjournalisten innovative Systeme, Produkte und Lösungen unter die Lupe nehmen – alles kompakt in drei Tagen.

Die snowTOUR Südtirol ist ein innovatives Präsentationskonzept von Südtiroler Wintertechnologie und Know-how in Exzellenzkompetenz. Praxisbezogen, markt- und zielgruppengerecht, werden Wissen und Erfahrungen vermittelt, die hinter den führenden Schnee- und Wintertechnologien Südtirols stecken. Zusätzlich wird der Gedankenaustausch mit Unternehmern ermöglicht und Südtiroler Know-how bestmöglich am konkreten Anwendungsbeispiel veranschaulicht. Die snowTOUR richtet sich an ein internationales Fachpublikum des Wintersportsektors, sie richtet sich speziell an Skigebietsbetreiber, Destinationsmanager, Fachpersonal und Investoren am internationalen Markt. Organisator der snowTOUR Südtirol ist der Cluster Sports & winterTECH im TIS innovation park in Zusammenarbeit mit folgenden Partnerorganisationen: Export Organisation Südtirol (EOS), Business Location Südtirol (BLS), Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG), Messe Bozen und der Expertenplattform ProNeve.
Die erste Ausgabe der snowTOUR Südtirol wurde ausschließlich für Fachjournalisten der Wintersportbranche veranstaltet. Der erste Veranstaltungstag brachte die Journalisten ins Skigebiet Karersee, wo sie in die Themen Pistenpräparierung und Beschneiungstechnologien eingeführt wurden. Zum Thema Pistenpräparierung referierten zwei Mitarbeiter der Firma Prinoth, die Pistenfahrzeuge herstellt. Dabei zeigten sie auf, was man beachten muss, damit eine Piste perfekt präpariert ist. „Eine gut präparierte Piste erhöht nicht nur den Ski-Spaß, sondern, was viel wichtiger ist, sorgt auch für Sicherheit auf der Piste“, so Helmuth Messner. Die Pistenpräparierung lässt sich laut Messner in drei Phasen gliedern, wobei die erste Phase bereits nach dem ersten Schneefall oder der ersten Beschneiung beginnt. Die zweite Phase ist kurz vor der Eröffnung des jeweiligen Skigebiets, gleich darauf beginnt Phase drei mit der täglichen Pistenpflege. „Ausschlaggebend bei der Präparierung von Pisten und Snowparks ist das Können des Fahrers: nur ein perfekt ausgebildeter Fahrer kann eine Piste sauber und sicher bearbeiten und durch den richtigen Einsatz des Fahrzeugs dessen Treibstoffverbrauch verwalten“, sagt Dietmar Dorfmann. Stichwort Treibstoffverbrauch: selbstverständlich geht die Entwicklung von Motoren für Pistenpräparierungsfahrzeuge hin zum Hybridfahrzeug.
Über die Erfolgsgeschichte der technischen Beschneiung in Südtirol sprach dann Georg Eisath, der Betreiber des Skigebiets Karersee. Er zeigte die Wichtigkeit von technischem Schnee für die Pistenpräparierung auf. „Heute ist ohne technischen Schnee nichts mehr möglich“, erklärte Eisath. „Nur dadurch kann beste Pistenqualität von Saisonsbeginn an garantiert werden“. Außerdem sei der technische Schnee im Vergleich zum Naturschnee großkörniger, was den Schnee griffiger und das Fahren auf der Piste somit sicherer macht. „Nur eine ordentliche Schicht technischer Schnee garantiert auch, dass die Grasnarbe durch die Pistenfahrzeuge nicht verletzt wird“, sagt Eisath. Technischer Schnee wird mittels Schneekanonen oder Schneelanzen produziert und besteht lediglich aus Wasser und Luft. Ob beschneit werden kann, hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Ist die Luftfeuchtigkeit tief, kann auch bei höheren Temperaturen beschneit werden. Um die Wasserzufuhr sicherstellen zu können, sollten Wasserspeicherbecken in unmittelbarer Nähe des Skigebiets angelegt werden. Diese ermöglichen kurze Beschneiungszeiten und minimieren die Nutzung von Fließgewässern.
Der zweite Tag brachte die Journalisten in das Skigebiet Kronplatz. Andreas Dorfmann, der Direktor des Skigebietes, erläuterte den Teilnehmern, welche Maßnahmen gesetzt werden, um das Pustertal zu einer attraktiveren Skitourismusdestination zu machen. „Um die Zahl der Nächtigungen in abgelegenen Hotels auch in der Nebensaison anheben zu können und gleichzeitig die CO2-Emmissionen zu reduzieren, ist eine neue Aufstiegsanlage geplant, die das Skigebiet direkt mit dem Zugbahnhof verbindet.“ Dadurch können die Touristen, die mit dem Auto anreisen, das Auto auf dem Parkplatz stehen lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren. „Dank der neuen Aufstiegsanlage gelangt man nicht nur schneller zum Kronplatz, sondern erreicht auch drei weitere angrenzende Skigebiete, nämlich Gitschberg, Helm und Hohe Gaisl. In Zukunft soll daraus eine einzige Tourismusregion des Pustertales werden“, so Dorfmann.

Im Verlauf des Vormittages führte der Ingenieur Werner Hunglinger vom Bozner Ingenieur- und Architekturbüro Planteam die Teilnehmer in das Thema Pistenplanung ein. Anhand eines Best-Practice-Beispiels erläuterte er die verschiedenen Phasen der Masterplan-Projektierung eines Skigebietes. Auf Anfrage eines russischen Unternehmers hat Planteam nämlich einen Masterplan ausgearbeitet, um eine Gebirgszone in Russland in ein Skigebiet samt Ski- und Langlaufpisten, Hotels für Mittelklasse und VIPs, Erholungsgebiete und Einkaufsmöglichkeiten zu verwandeln. Das Projekt musste dabei den Wünschen des Auftraggebers entsprechen und der Beschaffenheit des Territoriums angepasst sein. „Wir sind dem russischen Architekturstil treu geblieben, haben dabei aber unsere Erfahrungen in diesem Bereich miteinfließen lassen“, so Hunglinger der ergänzt: „Wir exportieren nämlich nicht nur unser Know-How aus dem Bereich Wintertourismus, sondern auch technologische Standards und spezifische Kompetenzen“.

Am Nachmittag stand die Besichtigung der neuen Kabinenbahn der Firma Leitner Ropeways auf dem Programm, die den ersten Teil des RIED-Projektes darstellt. Die neue Kabinenbahn verbindet den Kronplatz mit dem Zugbahnhof. Vorgestellt wurde die Anlage von Leitner-Ingenieur Klaus Erharter. „Auf explizitem Wunsch der Kronplatz-Direktion haben wir hier die ersten Kabinen weltweit installiert, die mit beheizten Sitzen ausgestattet sind“, so Erharter. Pro Gondel werden 12 Personen befördert; mit einer Gesamtförderleistung von 4.000 Personen pro Stunde verfügt die Aufstiegsanlage italienweit über die höchste Förderkapazität.

Danach ging es für die “snowtouristen” weiter zur Pumpstation des Kronplatzes auf der Seite von St. Vigil am Enneberg. Der Experte Zeno Kastlunger unterstrich die fundamentale Bedeutung eines modernen Wassermanagements für die technische Beschneiung innerhalb des Skigebietes. Innerhalb von vier bis fünf Tagen sei man in der Lage, die Hauptpisten des Kronplatzes vollständig einzuschneien. Dabei lege man besonderen Wert auf eine effiziente Steuerung. Die Schneekanonen und Schneelanzen werden von der Zentrale mit der optimalen Wasserzufuhr versorgt, was höchste Effizienz im Energieverbrauch mit sich bringe.

Zum Abschluß erlebte das Fachpublikum am 3. Tag der snowTOUR ein weiteres Highlight: den SuperG auf der Saslong Classic in Gröden. Hier gewährte die O.K. Chefin Stefania Demetz Einblick hinter die Kulissen und berichtet über die Arbeit eines Organisations-Komitees bei Großveranstaltung mit internationalem Format.

Die erste snowTOUR für Fachjournalisten war der Startschuss für diese besondere Form der Kompetenzvermittlung und des territorialen Marketings. Die nun folgenden snowTOUREN richten sich speziell an die Wachstumsmärkte für Wintersport – allen voran China, Russland, Korea und Übersee. Die snowTOUR wird für das Zielpublikum gebührenpflichtig sein. Nähere Informationen zur snowTOUR Südtirol gibt der Cluster sports & winterTECH im TIS innovation park: Tel. 0471 068164 / cluster.sportsandwintertech@tis.bz.it
 

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