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Pellets und Hackschnitzel: schlummerndes Potenzial

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10 Prozent der Wärme in Südtirol wird durch das Verbrennen von Holz in kleinen Anlagen erzeugt. Der größte Teil davon wird als Holzscheite in Küchenherden oder Holzöfen verbrannt. Mit Pellets und Hackschnitzel werden in Südtirols Kleinanlagen nur sechs beziehungsweise zwei Prozent der Wärme erzeugt. Dabei sind Pellets und Hackschnitzel sehr umweltfreundliche Brennstoffe, und die entsprechenden Kleinfeuerungsanlagen können noch dazu über interessante Finanzierungsmodelle selbst in Mehrfamilienhäusern vergleichsweise unkompliziert eingebaut werden. In Pellets und Hackschnitzeln schlummert also ein großes Wachstumspotenzial. Eine Arbeitsgruppe im TIS innovation park hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass dieses Potenzial genutzt wird.

Die Arbeitsgruppe im Bereich Energie & Umwelt des TIS, hat Anfang des Jahres seine Arbeit aufgenommen, um das Heizen mit Pellets und Hackschnitzel in Südtirol „anzuschieben“. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus den Unternehmen Hydroklima, Eneralp, KWB Italia und der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft zusammen. Erste Maßnahme der Arbeitsgruppe: Im Rahmen eines Seminars im TIS innovation park wurden 70 Unternehmer, Planer und Installateure des Energiesektors über das Heizen mit Pellets und Hackschnitzel informiert.

Vor allem die Services rund um Pellets sollen in Italien noch stärker ausgebaut werden: dies ist eine Erkenntnis des Seminars. Hier liegt auch ein großes Marktpotential für die Unternehmen des Bereichs. Beim Kauf von Pellets ist es nämlich in Italien noch weitestgehend üblich, dass man Pellets-Säcke im Baumarkt kauft und nach Hause schleppt. „Mittlerweile gibt es aber, genau wie bei Heizöl auch, Lastwagenlieferungen, die den Pellets-Tank füllen“, erklärt Stefano Dal Savio, Area Manager des Bereichs Energie & Umwelt des TIS. „Pellets können also genauso bequem geliefert werden wie andere Brennstoffe auch“, so Dal Savio

In Italien ist die Nachfrage nach Pellets in den letzten Jahren stark angestiegen. Holz ist heute bereits der wichtigste erneuerbare Energieträger beim Heizen und soll in Italien in Zukunft sogar noch stärker genutzt werden. So sehen die Ziele Italiens innerhalb 2020 eine Verdreifachung vor. Laut Expertenmeinung besteht ein sehr großer Markt für Biomassekleinfeuerungsanlagen vor allem beim Austausch von alten und ineffizienten Heizanlagen, von denen es in Italien noch tausende gibt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zertifizierung der Brennstoffe Pellets und Hackschnitzel, die in Österreich schon seit einigen Jahren funktioniert, und nun einheitlich für ganz Europa eingeführt wird. Zertifizierungen sind für die Verbraucher wichtig, weil den Zertifikaten die Qualität des Brennstoffs entnommen werden können. Die Nutzung von Pellets und Hackschnitzel zur Beheizung von Gebäuden ist beispielsweise in Österreich in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. Neue Kleinanlagen für Pellets werden mittlerweile automatisch beschickt, das bedeutet, dass das Brennmaterial automatisch nachgelegt wird. Diese Anlagen haben auch sehr gute Emissionswerte. „Hier ist es wichtig, dass die Brennstoffe eine konstante Qualität aufweisen und genau die wird durch europaweite einheitliche Zertifizierungen garantiert“, so Stefano Dal Savio.

Im weiteren Verlauf des Seminars wurden konkrete Erfolgsbeispiele von Pellets- und Hackschnitzelheizanlagen mit kleiner und mittlerer Leistung aufgezeigt. Deutlich wurde hier, dass die Technologien – im Vergleich zu fossilen Brennstoffen – mehr als wettbewerbsfähig sind. Illustriert wurde auch ein Contracting-Finanzierungsmodell. Diese Form der Finanzierung ermöglicht es Gebäudebesitzern, ohne Investition, das alte Heizsystem auszutauschen und somit Energiekosten einzusparen. Neben einigen Südtiroler Gemeinden haben sich mittlerweile auch Besitzer von Mehrfamilienhäusern für diese Form der Finanzierung entschieden und sind somit von fossilen Energieträgern wie Gas und Heizöl auf die klimafreundliche Ressource Holz umgestiegen.

Der gesamte Inhalt der Referate des Seminars kann über den TIS innovation park angefragt werden.

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