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L'Aquila: nur noch 5% der Häuser begehbar

Ingenieurin von TIS Gründerunternehmen ehrenamtlich im Erdbebengebiet Nur noch etwa fünf Prozent der Häuser des historischen Stadtzentrums von L'Aquila sind nach dem Erdbeben vom 6. April noch begehbar. Zu dieser Erkenntnis gelangt Silvia Franceschi vom TIS Gründerunternehmen HydroloGIS. Franceschi war ehrenamtlich auf Anfrage der Ingenieurskammer Trient in der Erdbebenregion, um gemeinsam mit drei Kollegen eine Begehbarkeitsstudie für die Häuser des Stadtteils Paganica zu erstellen.

7000 Menschen wohnten einst in Paganica, jetzt sind sie entweder bei Verwandten oder an der Küste untergebracht, die meisten aber leben in Zeltstädten. Schätzungen zufolge kann nur jeder Zwanzigste in seine Wohnung im historischen Stadtzentrum zurückkehren, ohne fürchten zu müssen, dass ihm das Haus während neuer Erschütterungen über dem Kopf zusammenfällt. Auf Gas-, Strom- und Wasserversorgung können nur wenige hoffen. "Spätestens Ende September wird es in den Zeltstädten im Erdbebengebiet zu kalt", erläutert Silvia Franceschi. "Daher war es wichtig festzustellen, ob und wie viele Häuser noch begeh- und bewohnbar sind", so die Ingenieurin. Das Ergebnis ist niederschmetternd: von 70 Häusern, die jedes einzelne Team bestehend aus einem Ingenieur und einem Geometer begutachtete, waren im Durchschnitt nur vier in die Kategorie "begehbar" einzuordnen.

In L'Aquila beginnt jetzt also ein Wettlauf mit der Zeit. Vor der kalten Jahreszeit müssen noch Unterkünfte für tausende Familien gefunden werden. Außerdem beginnt im September wieder die Schule, aber die allermeisten Schulgebäude sind zerstört. "Der nationale Zivilschutz in L'Aquila ist immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern, vor allem nach Ingenieuren, Technikern und Architekten und es wäre gut, wenn sich viele meiner Kollegen kostenlos als Fachkräfte zur Verfügung stellen könnten, um den Menschen in L'Aquila zu helfen", appelliert Franceschi.

Auch jetzt im Sommer ist die Situation in L'Aquila schwierig. In den Zelten ist es tagsüber viel zu heiß; die Menschen können sich nur am Abend in den Notbehausungen aufhalten, außerdem gibt es zu wenige sanitäre Einrichtungen. Silvia Franceschi übernachtete übrigens selbst vom 20. bis 25. Juli in einer der Zeltstädte in L'Aquila, hat also die schwierigen Bedingungen, unter denen die Erdbebenopfer leben müssen, kennen gelernt.

Techniker, Ingenieure und Architekten, die sich für den Einsatz im Erdbebengebiet ehrenamtlich zur Verfügung stellen möchten, können sich an den Landessitz des Zivilschutzes oder an die entsprechenden Berufskammern wenden.






 
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