Venedigs Bus-Boote werden ökologisch Photovoltaik-Wasserstoff-Antrieb für venezianische Vaporetti
Das Vaporetto – das venezianische Bus-Boot – bekommt einen Elektromotor, der seine Antriebsenergie aus Solarstrom und Wasserstoff gewinnt. Mit diesem Projekt gewann das TIS Gründerunternehmen SGS Hydrogen die Ausschreibung „Industria 2015“ im Bereich innovative Mobilität des italienischen Wirtschaftsministeriums. Das Gesamtprojekt erhält eine Finanzierung von zwölf Millionen Euro, zwei Millionen Euro davon gehen an das TIS Gründerunternehmen für die Entwicklung des neuen Motors, der den Schadstoffausstoß der Vaporetti auf Null reduziert.
Den Zuschlag für das innovative Mobilitätsprojekt erhielt SGS Hydrogen dank der Kooperation mit anderen norditalienischen Unternehmen unter Führung der Werft „Fincantieri“; „Vision“ heißt das Projekt, mit dem sich das Team aus mehreren Unternehmen die finanzielle Förderung des Wirtschaftsministeriums sichern konnte. Finanziert wird vom Ministerium die Entwicklung eines ökologischen Vaporetto. Innerhalb von drei Jahren soll der erste Prototyp fertig sein. Das venezianische Infrastruktur-Assessorat will die venezianische Transport-Genossenschaft (Actv) mit 16 dieser innovativen Photovoltaik-Wasserstoff-Vaporetti ausstatten. Auch die Stadt Mailand hat ihr Interesse an der „Vision“-Technologie für Vaporetti angemeldet. Rechtzeitig zur Weltausstellung 2015 möchte die Stadt ihre Schifffahrtskanäle wieder in Betrieb nehmen.
Aufgabe des TIS Gründerunternehmens SGS Hydrogen wird es sein, sich um die Speicherung des Wasserstoffs zu kümmern. Hierfür hat SGS bereits ein patentiertes Verfahren in den vergangenen Jahren entwickelt. Neu bei diesem Projekt ist für SGS, dass zusätzlich zum Wasserstoffspeicher ein Photovoltaiksystem für die Stromerzeugung, und gleichzeitig eine Brennstoffzelle entwickelt werden muss, die den Wasserstoff in Strom umwandelt – für die Phasen, in denen nicht genug Sonne zur Stromproduktion vorhanden ist. „Die Brennstoffzellen werden mit Wasserstoff versorgt und erzeugen in einem elektro-chemischen Prozess Strom und reines Wasser“, erklärt der Physiker Riccardo Reppucci, Geschäftsführer von SGS Hydrogen.
„Unsere Mitarbeit an diesem Projekt wäre ohne den TIS innovation park nicht möglich gewesen“, erläutert Repucci und ergänzt: „Das Team im TIS hat Kontakte zur Provinz Bozen, zu potentiellen Partnern und zu möglichen Mitarbeitern hergestellt und hat uns in der Entwicklung unserer gesamten Finanzstrategie unterstützt.“ Hubert Hofer, Direktor des TIS innovation park unterstreicht: „SGS Hydrogen ist im Begriff einen riesigen Qualitätssprung zu machen. Nach drei Jahren Forschungsarbeit kommen nun im Projekt „Vision“ die theoretischen Forschungsergebnisse in einem konkreten Produkt zum Einsatz, das gute Marktaussichten hat.“

