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CO2-Fußabdruck für Lebensmittel

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Kunden wollen verstärkt ökologisch korrekt konsumieren und interessieren sich deshalb auch für den CO2-Ausstoß, den ein Produkt verursacht. Auch Unternehmen der Lebensmittelbranche müssen sich diesem Trend stellen. Leider gibt es zur Ermittlung des CO2-Ausstoßes von Unternehmen weder einheitliche Richtlinien, noch einheitliche Labels zur Kommunikation an den Verbraucher. Unternehmen der Lebensmittelbranchen sind zwar gut beraten, die eigene Auswirkungen auf die Umwelt zu kennen, eine spezifische Auseinandersetzung mit dem eigenen CO2-Fußabdruck scheint aber verfrüht.

CO2-Fußabdruck für Lebensmittel

Doris Plaikner, Bettina Schmid, Lorenz Widmann und Michaela von Lutz

Zu diesem Schluss kommt jedenfalls Lorenz Widmann, Braumeister und Getränketechno-loge aus Bayern, der schon für verschiedene Unternehmen den so genannten „Carbon Footprint“ berechnet hat. Widman referierte am 16. November auf Einladung des Clusters Alimentaris des TIS innovation park zu diesem Thema.

„Das grundsätzliche Problem ist die Frage, wo fängt mein Produkt an und wo hört es auf“, führte Widmann bei seinem Vortrag aus. Soll heißen: Muss ein Lebensmittelunternehmen bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks nur den Kohlendioxid-Ausstoß der Rohstoffproduktion sowie der Verarbeitung und Verpackung im eigenem Werk im Auge haben oder auch den der Endverbraucher? Ein Beispiel: Ein Produzent von Babynahrung verkauft „feine Karöttchen“ im Glas. Die Karotten können nun auf verschiedene Art und Weise zu Hause zubereitet werden: In der Mikrowelle, auf dem Gas- oder dem Elektroherd. Der CO2-Ausstoß kann also, je nach Zubereitungsart variieren. Bei Mikrowellenzubereitung fällt weniger CO2 an als beim Erhitzen auf dem Gas- oder Elektroherd. Ebenso fällt der Weg vom Einkauf, zurückgelegt mit Rad, Auto oder Bus, ins Gewicht. Dieses Beispiel zeigt die Komplexität der CO2-Berechnungen.

Was bedeutet das für die Südtiroler Unternehmen der Lebensmittelbranche? Momentan scheint eine rein auf den Kohlendioxid-Ausstoß von Rohstoffproduktion, Verarbeitung und Verpackung konzentrierte Berechnung verfrüht. Sinnvoller ist es, eine Ökobilanzen zu erstellen, die alle Auswirkungen des Unternehmens, einschließlich Energie- und Wasserverbrauch, misst. Das Erstellen einer solchen Ökobilanz dauert wenige Tage; Unternehmen, die ISO-Umweltzertifiziert sind, verfügen bereits über diese Daten.

„Der Vortrag von Lorenz Widmann hat deutlich gemacht, wie komplex die korrekte Berechnung des CO2-Fußabdruck für Lebensmittel ist und dass es wichtig ist, hier nicht überstürzt zu handeln, aber gut vorbereitet zu sein“, erläutert Bettina Schmid, Managerin des Clusters Alimentaris des TIS innovation park. „In jedem Fall sollten Unternehmer auf die Auswirkungen auf die Umwelt achten und ihre Bemühungen in ökologischer, aber auch sozialer Richtung positiv an die Kunden kommunizieren – ganz nach dem Leitsatz „tue Gutes und rede darüber“, so Schmid.

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