Etikett ist nicht gleich Etikett
Investitionen in korrekte Etikettierung lohnen sich. Etikett ist nicht gleich Etikett. Das gilt im Lebensmittelsektor wahrscheinlich noch stärker, als in anderen Sektoren. In einem Workshop des Clusters Alimentaris des TIS innovation park wurden die verschiedenen Problematiken bei der Etikettierung und Bewerbung von Lebensmitteln erläutert. Fazit: es lohnt sich viel Zeit und Geld in seriöse und korrekte Etikettierung zu investieren, denn bei Verstößen gegen das Lebensmittlerecht können saftige Strafen und teure Rückrufaktionen drohen.
Es muss einem zwar nicht unbedingt so ergehen wie dem Lebensmittelproduzenten, der auf Drängen der Behörde für Wettbewerbsschutz eine zweiseitige Anzeige im „Sole 24 ore“ aufgeben und öffentlich bekunden musste, dass er seine Kunden getäuscht hatte. „Für kleine Unternehmen, wie wir sie in Südtirol im Lebensmittelsektor haben, sind Strafen von ein paar tausend Euro nur schwer zu verkraften“, erläuterte Bettina Schmid, Managerin des Clusters Alimentaris im Anschluss an den Workshop.
Während des Workshops hatte Referent Lukas Pichler vom Etikettierungsdienst der Handelskammer Bozen eine Vielzahl von konkreten Beispielen angeführt und daran illustriert, in welche Fallen Unternehmen gehen können, wenn sie sich bei Etikettierung und Namensgebung ihres Produktes nicht die notwendigen rechtlichen Informationen einholen. So geschehen im Falle eines Marmeladenherstellers, der sein Produkt als Konfitüre einstufte und besonders stolz darauf war, dass seine Konfitüren so wenig Zucker enthielten. Nach italienischem Lebensmittelrecht ist aber für Konfitüren eine bestimmte Zuckermenge vorgeschrieben und wer die nicht zusetzt, darf seine Konfitüre nicht Konfitüre nennen. Die Folge: die zuckerarmen Konfitüren müssen nun „Fruchtpräparate“ heißen und das Lebensmittelunternehmen zahlte Strafe wegen Kundentäuschung.
„Kleine Unternehmen können nur über Qualität und Transparenz gegen industriell gefertigte Produkte bestehen“, erklärt Bettina Schmid. Vor allem grafisch ansprechend gestaltete und korrekte Nährwerttabellen seien eine gute Möglichkeit für kleine Betriebe sich von der Massenproduktion abzuheben und auf die besonderen Qualitätsstandards des Unternehmens hinzuweisen. Lukas Pichler verwies außerdem darauf, dass es wichtig sei, die Etiketten in italienischer Sprache einwandfrei zu gestalten, da Südtirol zum italienischen Rechtsraum gehört. Deutschsprachige Etiketten sind nicht verpflichtend.

