Innovation vom Markt zum Markt
Produktinnovation im Lebensmittelbereich war das Thema der Veranstaltung „Wake up – Innovation mit Biss“, die am Freitag, den 21. Oktober, im TIS innovation park stattfand. Bei einem Frühstück in entspannter Atmosphäre lauschten die TeilnehmerInnen den Tipps und Tricks aus Markt- und Marketingforschung und den praxisnahen Beispielen erfolgreicher und weniger erfolgreicher Produktentwicklungen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom TIS Cluster Alimentaris.
Über Markt- und Marketingforschung für KMU des Lebensmittelbereichs referierte Christian Fischer, Professor für Agrar- und Ernährungswirtschaft an der Freien Universität Bozen. An Hand von praktischen Beispielen zeigte er auf, wieso Marktanalyse Sinn macht. „Marktforschung in Form von direkter Befragung von Kunden oder durch Analyse von Marktdaten, ist das A und O in der Produktentwicklung und kann über Top oder Flop entscheiden“, so Fischer. Markus Walder, Export Organisation Südtirol (EOS), stellte in diesem Zusammenhang die Dienstleistung „Desk Research“ der EOS vor. Dabei erhalten Unternehmer sehr kostengünstig Zugang zu fundierten Marktdaten aus über 80 Ländern weltweit. Achim Knoch ist Leiter der Produktentwicklung beim Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik, einem unabhängigen Forschungsinstitut. In seinem Referat sprach er über die praktische Umsetzung von Ideen und welche Rolle innovative Technologien dabei spielen können. „Neue Technologien, wie zum Beispiel Hochdruck-Verfahren oder gepulste elektrische Felder, können sehr wohl zur Entwicklung neuer Produkte beitragen. Ob ein Produkt aber ein Top oder ein Flop wird, das hängt vom Gesamtkonzept ab.“ Technologische Innovation alleine könne also kein Garant für den Erfolg eines Produktes sein. Alles zusammen muss stimmig sein, von der Kostenkalkulation über ein schlüssiges Marketing bis hin zu einem guten Sortiment.
Der Forschungsleiter von Barilla Vincenzo de Tata schilderte den Eintritt des bekannten italienischen Teig- und Backwarenherstellers in den Obst- und Gemüsesektor. Mit seiner neuen Produktpalette aus „Obst zum Trinken“, in Form von Smoothies, und „Obst zum Löffeln“, möchte Barilla die mediterrane Küche mit dem modernen Lebensstil vereinen: frisches Obst, Gemüse und Getreide „ready to eat“, also geschält, geschnitten, püriert und verzehrfertig. Dank modernster Verpackungstechnologien müssen die Smoothies-Fläschchen und die Fruchtpüree-Becher im Geschäft nicht im Kühlregal aufbewahrt werden. Ulrich Wallnöfer, Geschäftsführer von Pur Südtirol, zeigte sodann auf, wie Kooperationen zu erfolgreichen Produktentwicklungen führen können. „Vor allem intensive Zusammenarbeit zwischen Produzenten und Händlern ist für beide Seiten fruchtbar: Händler arbeiten nämlich kundennah und erkennen sehr früh den Bedarf des Marktes.“ Wallnöfer setzt sich vor allem für Nachhaltigkeit und ein Denken weg von der Konkurrenz hin zur Kooperation ein.
Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit den Referenten auszutauschen. „Innovation zum Frühstück, das ist der Gedanke hinter den Wake up-Veranstaltungen des TIS“, sind sich Bettina Schmid und Gerd Locher vom Cluster Alimentaris einig. „In entspanntem Ambiente lässt es sich besser zuhören und networken.“

