Produkte und Energie aus Lebensmittelabfällen Workshop über Reststoffverwertung in der Lebensmittelproduktion
Ein Wellness-Drink aus Apfelpressrückständen, Brotabfälle aus Bäckereien für Vogelfutter, Oliven-Trester für biologische Düngemittel: die Reststoffverwertung in der Lebensmittelproduktion stand im Mittelpunkt eines Workshops, den der Cluster Alimentaris des TIS innovation park für Unternehmer des Lebensmittelsektors organisiert hatte. Behandelt wurden die Fragestellungen, wie aus „Abfällen“ neue Produkte gemacht oder wie diese zur Energiegewinnung genutzt werden können.
Die Idee, aus Reststoffen neue Produkte zu entwickeln, ist nicht neu: die Molke, die bei der Käseherstellung anfällt, wird schon lange nicht mehr an Schweine verfüttert, sondern hat als Molke-Frucht-Getränk oder Molkebad einen neuen Platz auf dem Wellness-Markt gefunden.
„Grundstoffe aus Lebensmitteln wie Eiweiße oder Laktose werden außerdem in der Pharma- und Kosmetikindustrie verwendet“, erläutert Bettina Schmid, Managerin des Clusters Alimentaris des TIS innovation park. Aus diesem Grunde bestünde für Unternehmen des Lebensmittelsektors durchaus auch die Möglichkeit Reststoffe an Unternehmen zu verkaufen, die aus diesen Abfällen Bestandteile gewinnen und für die Nutzung in der Kosmetik- und Pharmaindustrie wieder aufbereiten.
Kleie, Trester oder Molke können aber auch verbrannt und der dadurch gewonnene Dampf zur Wärme- und Stromproduktion verwendet werden. Gerade bei großen Mengen an Reststoffen sollten Unternehmen genau prüfen, ob in eine eigene Verbrennungsanlage und damit in die Produktion „grüner Eenergie“ investiert werden soll..
Bei allen Verarbeitungsschritten von Reststoffen müssen allerdings die rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Vor der Bearbeitung muss klar und dokumentierbar sein, was mit den anfallenden Reststoffen passiert. Beispielsweise gilt es zu beachten, dass aus hygienischen Gründen für eine Weiterverarbeitung anfallender Reststoffe geeignete Lagerräume vorhanden sein müssen.
„In jedem Fall lohnt es sich für Unternehmen Reststoffverwertung in Betracht zu ziehen, da die Verringerung der Reststoffe und Abfälle - gerade auch unter dem Aspekt von Umweltfreundlichkeit - von der Provinz Bozen gefördert wird“, erklärt Bettina Schmid.
Referenten des Workshops waren Ylenia Miglioranzo (Rechtsanwältin), Stefano dal Savio (Koordinator des Bereichs Energie & Umwelt des TIS innovation park), Herman Dietzinger (Lebenmittelexperte) und Waltraud Geier (Expertin in Förderfragen).

