Faszination Familienunternehmen - TIS veranstaltet Best Practice bei Roner
Für Familienunternehmen besteht die größte Herausforderung darin unternehmerische Leidenschaft von Generation zu Generation zu vererben, damit diese Leidenschaft bereichernd wirkt und nie als Belastung empfunden wird.
Auf Initiative des TIS innovation park wurde am Beispiel des Familienunternehmens Roner in einem Best Practice am 12. September illustriert wie es der Traminer Obstbrennerei gelingt, Tradition und Innovation zu vereinen und die Produktqualität kontinuierlich zu steigern.
Obstbrände und Grappas sind seit 1946, als Gottfried Roner das Unternehmen gründete, das Kerngeschäft von Roner. Seine Erben brennen heute 40 bis 45 Prozent des Südtiroler Tresters und exportieren …Prozent dieser Brände ins Ausland. Eigeninitiative und ausreichender Handlungsspielraum der einzelnen Familienmitglieder zeichnet Roner seit jeher aus – auch aus diesem Grund hat der TIS innovation park für das Best Practice zum Thema „Faszination Familienunternehmen“ die Obstbrennerei in Tramin ausgewählt.
Geschäftsführerin Karin Roner schilderte im Laufe der Veranstaltung Vor- und Nachteile, der Unternehmensform „Familienbetrieb“. Die größte Herausforderung bestehe, laut Karin Roner darin, dass sich der Übergang von einer Generation zur nächsten ohne Brüche vollziehen müsse. Ebenso gelte es die persönlichen Eigenheiten der Familienmitglieder zu respektieren, die Bedürfnisse der Mitarbeiter und der Kunden nicht aus den Augen zu verlieren und natürlich den Marktanforderungen stets zu entsprechen.
Familienunternehmen zeichnen sich vor allem durch einen Mangel an Objektivität aus: der älteren Generation fällt es oft schwer zu akzeptieren, dass aus den „Kindern“ professionell arbeitende Erwachsene geworden sind. Roner vertraut daher bei der Geschäftsübergabe von einer zur nächsten Generation auf externe Berater; mit deren Hilfe wurde eine Familien-Charta erarbeitet, die die Rechte und Pflichten der Familienmitglieder festlegt. Mit ihrer Unterschrift auf dem Papier versichern die Familienmitglieder die Grundsätze dieser Charta zu respektieren. Karin Roner verweist darauf, dass es essentiell ist, dass es ein solches Einvernehmen in Familienbetrieben gibt, ergänzt aber auch, dass „so viel Dynamik in Familienbetrieben steckt, auch gerade aufgrund eventueller Generationenkonflikte.“
Karin Roner unterstrich beim Best Practice allerdings, dass Familienunternehmen eine Interessensgemeinschaft seien, deren Ziel der geschäftliche Erfolg sei. „In großen Unternehmensgruppen wechselt das Management alle fünf bis sechs Jahre, in einem Familienunternehmen ist diese Fluktuation nicht gegeben. „Familienunternehmen sind eine lebenslängliche Aufgabe“, so Karin Roner lachend. Dabei ist es für Familienmitglieder bei Roner nicht automatisch vorgezeichnet, dass sie im Unternehmen mitarbeiten können. Wie andere Mitarbeiter auch müssen sie ein Vorstellungsgespräch überstehen, bei dem auch ein Nicht-Familienmitglied über die Einstellung des Bewerbers namens Roner mitentscheidet.

