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TIS Innovation Award an Röchling

TechnologyDay: Wissen, Technologie und Kommunikation. Erfolgreiche Produkt- und Prozessinnovation hängt von drei Faktoren ab: von Wissen, von Technologien und von unmittelbarer Kommunikation. Auf diese Formel könnte man das Ergebnis des TechnologyDay bringen, der am Freitag, 25. Juli 2008, im TIS innovation park über die Bühne ging. Der Innovation Award des TIS ging an Röchling Automotive Engineering Leifers Srl.


TIS Präsident Alfred Guarriello hob bei der Prämierung vor allem Flexibilität und Pioniergeist Röchlings hervor. Guarriello sagte: „Die Jury war sehr beeindruckt davon, wie das Unternehmen sich von seinen Kunden zur Innovation förmlich ‚zwingen lässt’. Nicht zu vergessen das Risiko, das ein Unternehmen wie Röchling eingeht, das beständig Pionierleistungen bei der Produktentwicklung vollbringt, ohne sich des kommerziellen Erfolgs sicher sein zu können.“ Über 30 Südtiroler Unternehmen unterschiedlicher Größe und verschiedener Sektoren hatten am Innovationsfähigkeitswettbewerb teilgenommen.

Wie ein innovativer Prozess auszusehen hat, erläuterte Star-Architekt Gunter Henn beim TechnologyDay auf sehr anschauliche Weise. In der Anfangsphase ist alles noch relativ chaotisch, alle Ideen sind erlaubt. In der Abschlussphase – wenn es ans „Engineering“ geht, muss alles organisiert ablaufen. „Das Problem ist die Phase dazwischen“, erläuterte Henn. „Hier muss Raum für Innovation bestehen – muss es ein Immunsystem geben, in dem kollektives Denken stattfinden kann“, so Henn. „Kollektives Denken“ bedeutet für Henn zweierlei: zum einen schafft es Wissen, denn letztendlich sei Wissen nichts anderes als ein, so Henn wörtlich, „Abfallprodukt des Denkens“. Zum anderen bedeutet kollektives Denken, dass unmittelbare Kommunikation zwischen den Personen stattfindet, die am Innovationsprozess beteiligt sind. Der Vorteil unmittelbarer Kommunikation, die nicht durch Hierarchien beeinträchtigt wird, besteht darin, dass die Nachrichten schnell und vor allem unverändert beim Empfänger ankommen. „Wenn Kommunikation nicht unmittelbar abläuft, ist das wie bei der ‚Stillen Post’ im Kindergarten; am Ende kommt etwas ganz anderes heraus, als ursprünglich gemeint war“, so der Architekt. Gunter Henn entwarf die Autostadt von VW in Wolfsburg. Sein Architekturbüro umfasst 200 Mitarbeiter.

Zum Thema Technologien in der Produkt- und Prozessinnovation gab Ulrich Günther von der Steinbeisstiftung wichtige Impulse in seinem Vortrag. Am Beispiel der Weiterentwicklung der Lasertechnologie erläuterte Günther wie wichtig der Faktor Geschwindigkeit im Innovationsprozess ist, mahnte aber gleichzeitig an, dass Nachhaltigkeit auch in der technologischen Entwicklung sich bezahlt macht. „Derzeit beträgt die Halbwertzeit des Wissens in den Naturwissenschaften fünf Jahre“, so Günther. Soll heißen: in fünf Jahren gilt unser heutiger Wissensstand bereits als veraltet und diese Schnelllebigkeit wirkt sich negativ auf die technologische Entwicklung aus, weil neue Technologien eine immer kürzere Lebensdauer haben. Geschwindigkeit ist daher nicht alles bei der Entwicklung neuer Technologien; vielmehr muss eine fließende Entwicklung von Produkten und Prozessen in den Unternehmen gewährleistet sein: „Durchfluss statt Geschwindigkeit“, lautete die Kurzformel, mit der Günther diese Tendenz zusammenfasste.

Konkrete Beispiele für erfolgreiche Produkt- und Prozessentwicklung brachte schließlich Andrea Bonfatti vom italienischen Autohersteller in die Tagesordnung des TechnologyDay ein. Der Lamborghini-Manager veranschaulichte in seinem Vortrag, welche Technologien Lamborghini anwendet, um seine Fahrzeuge immer leichter, leistungsfähiger und umweltveräglicher zu machen. Lamborghini gilt in Fachkreisen nicht nur als das Statussymbol für Luxus und Eleganz, sondern - wenn es um die Entwicklung von Ideen in ein fertiges Produkt geht, als eines der effizientesten und schnellsten Unternehmen der Welt. Um diesen Vortrag besser zu veranschaulichen, war im Foyer des TIS innovation park ein Lamborghini geparkt, den die 250 Teilnehmer des TechnologyDay aus der Nähe bestaunen konnten.

Die Teilnehmer am TechnologyDay kamen übrigens nicht nur aus Südtirol – Unternehmer aus Deutschland, Tschechien und den italienischen Regionen Emilia Romagna und Lombardei, nahmen an dem zentralen Südtiroler Technologie-Event des Jahres teil.

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