Der ökologische Fußabdruck
Wie wir essen und wohnen, wohin wir reisen und wofür wir unser Geld ausgeben: all das beeinflusst unseren ökologischen Fußabdruck. Dieser bezeichnet die Fläche auf der Erde, die erforderlich ist, um unseren Lebensstil und -standard auf Dauer zu erhalten. Um diese zu berechnen, ist ein neuer Fußabduckrechner für Südtirol online, der in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Lebensministerium und „footprint.at“ erstellt wurde. Der Online-Fußabdruckrechner wurde im Rahmen einer Pressekonferenz am 22. Juli im TIS erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
von lins nach rechts: Johanna Scartezzini, Michl Laimer, Harald Stauder, Christian Höller, Robert Hillebrand, Oswald Lechner
Der ökologische Fußabdruck bezeichnet die Fläche auf der Erde, die erforderlich ist, um den Lebensstil und -standard eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Alle natürlichen Rohstoffe, die wir etwa zum Essen, Wohnen oder Reisen verbrauchen, benötigen zum Nachwachsen einen bestimmten Platz auf der Erde. Außerdem braucht die Natur Ressourcen, um unsere Abfälle abzubauen. Der ökologische Fußabdruck berechnet diesen Flächenbedarf und macht damit deutlich, wie viel Fläche auf der Erde ein jeder durchschnittlich verbraucht.
Gemessen wird der Fußabdruck in „Global Hektar“ (1 gha sind 10.000 m²). Je größer der Fußabdruck, desto stärker wird die Umwelt belastet. Die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks vermittelt somit ein verständliches Bild der ökologischen Grenzen unseres Planeten.
Über die Homepage www.footprint.bz.it kann man ganz einfach online ausrechnen, wie groß der eigene Fußabdruck ist. Man weiß also, wie viel Fläche man auf der Erde man braucht, um seinen Lebensstil zu halten. Je größer der Fußabdruck, desto stärker also die Belastung der Umwelt.
„Ziel dieses Projektes ist es, das Bewusstsein der Südtiroler Bevölkerung für das Thema Ökologie zu steigern und dadurch einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten“, so Umweltlandesrat Michl Laimer.
Die Fußabdruck-Berechnung erfolgt in vier Bereichen:
Wohnen
Dieser Bereich umfasst all jene Ressourcen, die wir für Wohnen, Heizung, Strom und Wasser verwenden. Rund 20 Prozent des durchschnittlichen Fußabdrucks entfallen auf diesen Bereich.
Ernährung
Dazu zählt die gesamte Nahrung, die wir konsumieren oder wegwerfen, ebenso wie die Verpackung und der Ressourcenbedarf für Transport und Zubereitung. Rund 25 Prozent des durchschnittlichen Fußabdrucks entfallen auf diesen Bereich.
Mobilität
Hier geht es nur um die persönliche Mobilität, also etwa ob man immer auf das eigene Auto zurückgreift oder öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Der Transport von Gütern wird bei den Kategorien Ernährung und Konsum eingerechnet. Rund 20 Prozent des durchschnittlichen Fußabdrucks entfallen auf diesen Bereich.
Konsum, Dienstleistung und Sonstiges
Neben den Ressourcen für Konsumgüter wie Möbel, Elektrogeräte und Dienstleistungen wird auch die so genannte "graue Energie" diesem Bereich zugerechnet: Dazu zählen jene Ressourcen, die nicht eindeutig einzelnen Menschen zugeordnet werden können (etwa für Straßenbau, Bau und Erhalt von Spitälern). Rund 35 Prozent des durchschnittlichen Fußabdrucks entfallen auf diesen Bereich.
Der Fußabdruck-Rechner besteht aus insgesamt 28 Fragen. Sind diese beantwortet, erhält man den persönlichen Fußabdruck in Global Hektar und im Vergleich dazu die Anzahl der Planeten, die notwendig wären, wenn alle Menschen so leben würden. Die Homepage gibt außerdem einige Tipps und Verbesserungsvorschläge zur Reduzierung des persönlichen Fußabdrucks, wie etwa zu regionalen Produkten zu greifen oder das Auto stehen zu lassen. Weitere Informationen erteilen dann die Partner-Homepages.
„Besonders in Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es bereits seit mehreren Jahren verschiedene Fußabdruck-Rechner, die von der Bevölkerung rege genutzt werden“, sagt Christian Höller, Manager des Wissens- & Technologietransfers im TIS innovation park, und ergänzt: „Der Südtiroler Fußabdruckrechner soll aufzeigen, in welchen Bereichen noch Bedarf besteht, um nachhaltiger, umweltfreundlicher und gesünder zu leben.“
Projektpartner sind neben dem TIS innovation park das Ressort für Raumordnung Umwelt und Energie, die Klimahausagentur, die Stiftung Südtiroler Sparkasse, die Handelskammer Bozen, Aspiag Service sowie HST Consulting.

