Ideen greifbar machen
Innovative Herstellungsverfahren im Rapid Prototyping und deren Anwendungsmöglichkeiten waren die Themen des Workshops „Rapid Prototyping“, der vom Bereich Simulation & Material des TIS innovation park veranstaltet wurde. Über 70 Interessierte aus den Bereichen Architektur, Design und Ingenieurwesen nahmen am 25. Februar an der Veranstaltung im TIS teil.
Im TIS innovation park wurde ein Rapid Prototyping Labor mit einem 3D-Drucker eröffnet. Der 3D-Drucker Z650 realisiert Prototypen, indem bunter Klebstoff Schicht für Schicht auf Keramikpulver gedruckt wird, das sich in einem Becken befindet. Ist der Druck beendet, wird der Prototyp aus dem Pulver ausgegraben und – je nach Bedarf – weiter behandelt. Diese Technologie ermöglicht die kostengünstige Herstellung von „konzeptionellen“ Prototypen, die in erster Linie dazu dienen, Ideen zu visualisieren und „begreifbar“ zu machen. Daneben gibt es noch andere Technologien, bei denen das Ausgangsmaterial nicht Keramik sondern etwa flüssiger Kunststoff oder Titanpulver ist. Damit können „funktionale“ Prototypen hergestellt werden, also Prototypen, bei denen die Materialeigenschaften eine entscheidende Rolle spielen. Robert Idl, Geschäftsführer des Unternehmens 3D-Modell in Lienz, das sich auf den Vertrieb von 3D-Druckern spezialisiert hat, verschaffte den Zuhörern einen Überblick über die vielen Anwendungsmöglichkeiten, und ging dann gezielt auf die 3D-Druck-Technologie „Z-CORP“ ein, die im neuen Rapid Prototyping Lab des TIS verwendet wird.
Die folgenden zwei Referenten, Ernesto Marchesi (Partec GmbH) und Reinhard Raffl (Pro1o1ypen GmbH) präsentierten ihre Unternehmen, die sich beide ganz auf die Herstellung von Prototypen spezialisiert haben. Anhand von anschaulichen Beispielen stellten sie die gängigen Herstellungsverfahren vor und erläuterten, welches Verfahren für welches Projekt geeignet ist. Stellt man beispielsweise Prototypen von Motorkomponenten her, so müssen diese auch den hohen Temperaturen im Motor standhalten, um realitätsnah getestet werden zu können. In diesem Fall bedarf es eben oben genannter „funktionalen“ Prototypen.
Letzter Referent war Benno Dariz vom Brixner Unternehmen MM-Design, das im Bereich Produktdesign tätig ist. „Beim Produktdesign sind Prototypen enorm wichtig. Dank der neuen Rapid-Prototyping-Technologien kommen wir viel schneller zu unseren Prototypen“, so Dariz, der ergänzt, „das heißt also, der ganze Produktentwicklungsprozess wird beschleunigt. Davon profitieren vor allem unsere Kunden.“
Durch frühzeitige Tests anhand von Prototypenserien können Fehler schneller ermittelt und Designentscheidungen schneller herbeigeführt werden. „Die Nachfrage nach Rapid-Prototyping-Technologien steigt stark“, bestätigt Johannes Brunner vom Bereich Simulation & Material des TIS innovation park, „unser neues Rapid Prototyping Labor mit 3D-Drucker soll kreative und entwicklungsfreudige kleine und mittlere Unternehmen unterstützen, für die sich eine eigene Anschaffung nicht rentieren würde. Damit können sie schneller Produkte entwickeln und so wettbewerbsfähig bleiben.“

