Sie sind hier: Startseite News Konsumentensicherheit geht vor Marketing
Nachrichten
Alto Adige: cervelli verdi cercansi!
In controtendenza rispetto al fuggi fuggi di cervelli e idee dal suolo nazionale, l’iniziativa “enertour 4 university students” vuole ...
08.02.2012
Das Projekt LISA auf der Munich Creative Business Week 10. Februar 2012
Workshop: Von der Architektur zu Service Robotik - neue Ansätze für barrierefreie Wohnkonzepte Datum: 10.02.2012 14.00-18.00 Uhr Techni ...
06.02.2012
Backen und Verpacken - QM-Treffen bei der Firma Stabinger
Wie gelingt es, in einer automatischen Produktionsanlage Torten, Kuchen und Strudel zu erzeugen, die wie selbstgebacken schmecken? Und welch ...
03.02.2012
Coaching-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen
11 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben den Lehrgang "Coaching - Einstieg in die Lebensmittelindustrie" am 26. Jänner 2012 mit einer Betrie ...
02.02.2012
Wenn das Smartphone Ingenieure zu Touristen macht
Mit dem Smartphone Gefahrenzonen und Steilhänge von Flüssen erkennen und sogar 3D-Aufnahmen davon ansehen können: Umweltingenieure und Ge ...
30.01.2012
Brot aus Südtiroler Korn ab Herbst in 34 Bäckereien
Schüttelbrot und Pusterer Breatl aus Südtiroler Getreide schmeckt den Südtirolerinnen und Südtirolern. Das ist das Ergebnis eines Tests, ...
25.01.2012
Jugendolympiade: TIS Cluster trifft Ausrichter
Bei den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck trafen nicht nur 1000 talentierte Nachwuchssportler in sportlichen Wettbewerben ...
23.01.2012
Projekt enertour gewinnt EUREGIO Umweltpreis
Das Projekt „enertour – Energie- und Klimatourismus in Südtirol“ des TIS innovation park und der Stiftung Südtiroler Sparkasse hat b ...
23.12.2011
Weitere Nachrichten…
 

Konsumentensicherheit geht vor Marketing

— abgelegt unter:

Weiß der durchschnittliche italienische Konsument, was sich hinter dem Begriff „Yerba Mate“ verbirgt und wie man das Produkt zubereitet? Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich 35 Unternehmer des Lebensmittelsektors gemeinsam mit Luca D’Ambrosio, dem Amtsdirektor des Labors für Lebensmittelanalysen der Landesagentur für Umwelt. Organisiert wurde das Zusammentreffen vom Cluster Alimentaris des TIS innovation park. Bei dieser Begegnung der besonderen Art lernten die teilnehmenden Unternehmer vor allem eines: als Lebensmittelproduzent darf man die Konsumentensicherheit nie aus den Augen verlieren.

Konsumentensicherheit geht vor Marketing

Luca D'Ambrosio, Bettina Schmid und Anna Pichler

Der Zusatz „Aufgussgetränk“ hätte dem Produzenten des oben genannten „Yerba Mate“ auch nicht wirklich geholfen. Die Kontrollorgane müssen von Berufswegen mehr als genau sein. Im vorliegenden Fall des Yerba-Mate-Aufgussgetränkes könne nicht davon ausgegangen werden, dass der durchschnittliche italienische Konsument weiß, wie dieses Getränk zubereitet wird. Also muss dies ausführlich auf der Verpackung des Produktes beschrieben werden. Ist das nicht der Fall, zahlt der Hersteller Strafe. Yerba Mate ist ein in Südamerika weit verbreitetes Aufgussgetränk. Die Yerba-Mate-Blätter werden zur Zubereitung mit kochendem Wasser übergossen, das Ganze lässt man fünf Minuten ziehen – fertig. Wer diese Anweisung auf sein Etikett schreibt, kann Geld sparen. „Die Mehrsprachigkeit in Südtirol“, erörtert Bettina Schmid, Managerin des Cluster Alimentaris, „stellt für solche Erläuterungen auf Etiketten eine wirkliche Herausforderung dar. Schließlich hat man ja für Gebrauchsanweisungen auf Verpackungen nicht sehr viel Platz.“

Chinesisches Schlankheitsmittel
Das Auge des Gesetzes ist aber, gerade wenn es um Etikettierung und Beipackzettel geht, sehr streng und zwar zurecht, wie etwa im Falle des Schlankheitsmittels, das übers Internet verkauft und Verbrauchern also weltweit zum Kauf angeboten wurde. Das Produkt wurde von China über Rumänien nach Italien importiert, obwohl sich – wie sich später herausstellte – Substanzen darin befanden, die selbst in der Arzneimittelindustrie mittlerweile verboten sind. Die Folge war eine Strafanzeige – und zwar für den Importeur, der das Mittel mit den verbotenen Substanzen nach Italien einführte. Gekennzeichnet war das Mittel übrigens als „rein pflanzlich“.

Mehrsprachige Babynahrung
Beanstandet wurde auch das Unternehmen, das in Deutschland hergestellte Babynahrung in Südtirol verkaufte und nicht in italienischer Sprache darauf hinwies, dass das Plopp-Geräusch des Deckels beim Öffnen des Gläschens ein Frischemerkmal darstellt. Auch hier kam es zu einer Strafe, denn gerade, wenn es um die Produktsicherheit geht, müssen Produzenten und Verkäufer von Lebensmitteln die Mehrsprachigkeit in Südtirol für die angemessene Verbraucherinformation berücksichtigen.

Orangen gegen Grippe?
„Orangen gegen Grippe“ warb ein Supermarkt zurzeit als die Grippe Hochkonjunktur hatte und die Orangen im Sonderangebot waren. Die Lebensmittelkontrolle strafte auch in diesem Fall, denn „die vorbeugende oder heilende Wirkung der Orangen würde suggeriert“ und das ist nicht zulässig.

In pointierter und anschaulicher Weise schilderte Luca D’Ambrosio noch eine Vielzahl von Kuriositäten aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz und betonte, dass es sich bei den Strafen nicht um Böswilligkeiten handle, sondern dass das Amt für Lebensmittelanalysen die Aufgabe, Konsumentensicherheit zu garantieren, sehr ernst nimmt.

„Unsere Unternehmer“, so Bettina Schmid vom Cluster Alimentaris, „bekamen wichtige Informationen zu den Themen Etikettierung und Verpackung und lernten einmal mehr, dass man bei allem notwendigen Marketing die Konsumentensicherheit nicht aus den Augen verlieren darf und dadurch viel Geld sparen kann.“



 

Artikelaktionen

120111-logo-provinzbz

070704StiftungSparkasse