Lebensmittel richtig „designen“
Schokolade, die so gegossen wird, dass man sie leicht in mundgerechte Stückchen teilen kann, und eine Verpackung, die durch Material und Farbe besticht: all das fasst man unter dem Begriff „Food Design“ zusammen. Vergangene Woche führte Paolo Barichella vom Mailänder “Food Design Studio” die Mitglieder des Cluster Alimentaris und weitere Interessierte aus der Lebensmittelbranche in das Thema Food Design ein.
Unter Food Design versteht man die bewusste Planung von Lebensmitteln für die Anwendung und den Verzehr aus Sicht des Konsumenten. „Aus Marketingsicht funktioniert ein Produkt, wenn es sich verkauft – für einen Designer jedoch verkauft sich ein Produkt, wenn es funktioniert“, leitete Paolo Barichella in das Thema ein. Barichella ist gelernter Industriedesigner, der sich auf das Design von Lebensmitteln – vor allem von Lebensmittelverpackungen – spezialisiert hat. „Für einen Designer steht die Effizienz eines Produktes immer an erster Stelle, danach kommt erst die Ästhetik. Ein Design kann also niemals schön oder unästhetisch sein, sondern nur gut oder nicht gut“, so Barichella weiter. Lebensmittel und Lebensmittelverpackungen zählen zu den Konsumgütern, die in der Regel nicht von langer Dauer sind: dieser Aspekt ist beim „Designen“ zu berücksichtigen.
Barichella zeigte verschiedene Etappen - von der Planung bis hin zum fertigen Design - auf und ging dabei auch auf die einzelnen zu berücksichtigenden Aspekte ein. „Ein hochwertiges Produkt, etwa ein handwerklich gefertigtes Lebensmittel, muss auch hochwertig verpackt werden“, bringt Barichella es auf den Punkt. „Zum Beispiel kann ein besonderer, seltener Rohstoff aus derselben Gegend, aus der auch das Produkt selbst stammt, in die Verpackung mit eingebaut werden.“ Im Falle von hochwertigem und teurem Olivenöl aus Ligurien wurde etwa eine spezielle Verpackung mit Schiefergestein designt, das in dieser Gegend vorkommt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Food Design ist auch der Komfort beim Verzehr von Lebensmitteln. So hat Barichellas „Food Design Studio“ im Cateringbereich verschiedene Hilfsmittel entwickelt: etwa einen kleinen Aufsatz, der am Tellerrand befestigt wird und in den ein Glas gesteckt werden kann. Nun kann man bei einer Veranstaltung mit Büffet unbeschwert sowohl Glas als auch Teller in einer Hand halten und hat dabei die andere Hand frei zum Händeschütteln.
„Dieser Workshop veranschaulichte den Teilnehmern, dass gutes und gezieltes Design im Lebensmittelbereich zu einem Marktvorteil führen kann“, erklärt Bettina Schmid, Managerin des Clusters Alimentaris des TIS innovation park.

