Wasser - Schnee - Wasser
Die Schneesicherheit in Skigebieten wird immer stärker vom Klimawandel beeinflusst. Daher gewinnt technischer Schnee immer mehr an Bedeutung und zwar erstens, weil man vom Naturschnee weniger abhängig ist und zweitens, weil technischer Schnee mehr Pistensicherheit bringt. Skigebiete werden also mehr denn je auf Beschneiungsanlagen angewiesen sein, die immer leistungsfähiger sein müssen. Künftig wird es vor allem auf Innovationen bei Beschneiungstechnologien und die effiziente Nutzung der Ressource Wasser ankommen. ProNeve, die Arbeitsgruppe des Clusters sports & winterTECH des TIS innovation park stellte am 9. Dezember im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Moseralm (Karerpass) die Arbeiten an einer Studie zum nachhaltigen Wassermanagement der Öffentlichkeit vor.
Das Thema Wasser und Schnee sind zentrale Aspekte der ProNeve-Strategie. Die Expertenplattform wies bei der Pressekonferenz mit Nachdruck darauf hin, dass nur ein nachhaltiges und intelligentes Ressourcenmanagement die Zukunft von Wintersportgebieten sichert. Beschneiungsanlagen auf Skipisten benötigen nicht nur Energie, sondern auch Wasser.
Um zu Beginn der Wintersaison genug Wasser für die künstliche Beschneiung zur Verfügung zu haben, kommt man schon heute ohne Speicherbecken nicht mehr aus. In Zukunft müssen künstliche Reservoirs möglichst Ressourcen schonend, ökologisch nachhaltig und ästhetisch wertvoll konzipiert werden – als ganzheitliche Systeme, die Natur, Landwirtschaft, Zivilschutz und Wintersport gleichermaßen berücksichtigen. Speicherbecken, die zu mehr dienen, als nur zum Wasserreservoir für Schneekanonen. Beispielsweise kann ein Wasserresservoir auch ein Kunstsee mit touristischem Mehrwert sein.
| Wassernutzung in Südtirol |
|---|
| Die Tabelle zeigt die aktuellen Wasserverbrauchswerte für die einzelnen Kategorien (pro Jahr): |
| • Landwirtschaft 170 Mio. m³ - 61 % |
| • Industrie 50 Mio. m³ - 18 % |
| • Trinkwasser 52 Mio. m³ - 18,7 % |
| • Schneeerzeugung 6 Mio. m³ - 2,2 % |
| Quelle: Amt für Gewässernutzung. Fazit: Der Wasserbedarf für die Schneeerzeugung in Südtirol beträgt ca. 2,2% vom Gesamtverbrauch. Wasser welches der Natur entliehen wird und ihr verzögert wiedergegeben wird. |
Wie das gehen kann, zeige, so die ProNeve-Vertreter, der neue Speicherteich im Skigebiet Karersee. Der Speicherteich mit einem Gesamtvolumen von 98.000 Kubikmeter dient als Wasserspeicher für die technische Beschneiung im Winter und wirkt gleichzeitig als hochalpiner See im Sommer. Außerdem wurde der neue Speicherteich so konzipiert, dass eine Mehrfachnutzung durch Landwirtschaft und Zivilschutz möglich ist.
Studie zum nachhaltigen Wassermanagement im TIS innovation park
ProNeve verfolgt das ambitionierte Ziel, in Sachen Wassermanagement für den Wintersport neue Maßstäbe zu setzen. Ein weiterer Schritt dorthin wird derzeit über ein gemeinsames Projekt mit dem TIS innovation park gesetzt. Im Rahmen des EFRE-Programms (Europäische Fond für regionale Entwicklung) arbeitet ProNeve gemeinsam mit dem Cluster sports & winterTECH an einer Studie zum nachhaltigen Wassermanagement in Südtiroler Skigebieten. Es geht im Wesentlichen um die Beantwortung der Fragen, wie künftig Speicherbecken effizient und effektiv geplant, gebaut und genutzt werden sollten.
Ziel der Studie, die 2011 fertig gestellt sein wird, ist die Ausarbeitung eines exemplarischen Leitfadens zur Errichtung von Speicherbecken unter dem Aspekt der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit, sowie der Berücksichtigung einer möglichen Mehrfachnutzung durch Skigebiete, Landwirtschaft und Zivilschutz. Die Basis für diesen Leitfaden, der Südtiroler Skigebietsbetreiber und Investoren als Entscheidungshilfe dienen soll, bilden Fallstudien in vier heimischen Skigebieten. Fallstudien, die den vorbildhaften Weg Schritt für Schritt aufzeigen sollen. Das EFRE-Projekt-Team berücksichtigt dabei unterschiedlichste Standortfaktoren, um möglichst vielen Skigebieten künftig mit Hilfe der Studie einen Referenzpunkt zu geben.
Die Ergebnisse der Studie zum nachhaltigen Wassermanagement in Südtiroler Skigebieten werden unmittelbar nach deren Fertigstellung im Sommer 2011 publiziert und öffentlich zugänglich gemacht.
ProNeve für nachhaltiges Wassermanagement in Skigebieten
Ein Bruchteil des verfügbaren Wassers in Südtirol, etwa 0,1%, wird für die technische Beschneiung verwendet. Dies ist ein geringer Ressourcenaufwand mit großer Auswirkung auf Südtirols Wertschöpfung und Wirtschaftsleistung, die über den Wintersport erbracht wird. Etwa ein Viertel der Südtiroler Wirtschaftskraft stammt aus dem Wintertourismus und der Wintertechnologie. Schnee hat hier elementare Bedeutung. Schnee ist denn auch das Kernthema der ProNeve, der neutralen Expertenplattform im TIS innovation park mit Akteuren aus dem Wintersportsektor in Südtirol. ProNeve beschäftigt sich mit der Produktion und der Qualität von technischem Schnee (Kunstschnee).
ProNeve fokussiert ihre Aktivitäten auf die Förderung von Innovationen im Bereich der effizienten, nachhaltigen und Ressourcen schonenden Schneeproduktion, auf die Stärkung des Schnee-Images und auf die Unterstützung der Marktführerschaft Südtirols im Schneesektor.

