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Halfpipes, Jumps, Boxes und Rails (pw)

Halfpipes, Jumps, Boxes und Rails


Unter den Lauben in Meran. Eine elegante Adresse. Unter den Lauben 244/A ist allerdings ein bisschen weniger elegant. Durch eine Passage gelangt man von den mondänen Meraner Lauben unversehens in Hinterhofatmosphäre. Touristen machen hier meist enttäuscht kehrt. Auf diese Art und Weise entgeht den Touristen ein kleines Juwel, denn hier unterden Lauben 244/A hat die Firma F-Tech ihren Sitz.

F-Tech plant und baut Snowparks, in denen sich Snowboarder so richtig austoben können. Halfpipe, Jumps, Boxes und Rails sind die Welt von F-Tech. Auf der Seiser Alm haben Alex Berger, Max Gionco und Elmar Pardeller bisher ihren größten Snowpark gebaut. 26.000 Quadratmeter Park, die aus 600.000 Kubikmeter Schnee bestehen und während der Skisaison 500 Stunden von Schneekatzen gepflegt werden müssen.

Die drei haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Auf dem Foto, das man auf ihrer Homepage findet, erinnern sie an eine Rapper-Gang. Jeans, Kapuzenjacken, unrasiert, so sehen die F-Tech-Unternehmer aus.

Alex Berger, mit 33 Jahren schon der Senior im F-TECH-Terzett, sitzt vor dem Mac und gestaltet ein Plakat. „Slaughter4 house Merano, Italy“ steht darauf. Aus dem Computer erklingt Musik. Irgendwas zwischen Funk und Free Jazz. Auf dem Tisch liegt ein Ticket mit der Aufschrift: „let’s rock in dor lock“.

Max kommt zur Tür herein, Baseballmütze auf dem Kopf. „Elmar hat heute keine Zeit.“ O.K., dann muss es eben so gehen. Als hätte der Computer Max gesehen, wechselt die Musik von Jazz auf Hipp-Hopp.
Außer dem Mac wirkt im Büro von F-Tech alles ein bisschen Second-Hand. Max greift nach einem weißen gebogenen Stück Etwas und legt es auf den Tisch. „Das hier haben wir in Holland gefunden.“ Weil Begeisterungsstürme ausbleiben, sieht sich der 29Jährige genötigt präziser zu werden. „Das Material hält alle Temperaturen aus, es hat keine scharfen Kanten. Snowboards können über eine Box aus diesem Material hinweg gleiten, ohne dass das Board beschädigt wird. Dank der Krümmung kann es seitlich verschraubt werden, dadurch ist das Material für den Bau von Boxes für Snowparks ideal.“ Max macht eine Pause.

Leichte Materialien aus ganz Europa
Leichte Materialien, die den Snowboardern Geschwindigkeit und Sicherheit garantieren sucht F-Tech in ganz Europa- auch mit Hilfe des TIS innovation park. „Wir bauen unsere Unterkonstruktionen aus Aluminium“, wirft Alex ein. Aluminium ist leichter als Eisen und darum auch leichter zu montieren und leichter zu transportieren. „Stell dir mal vor du trägst so ein Teil ein Stück über die Skipiste. Da bist du schon froh, wenn du ein leichtes Material hast.“, erklärt Alex. „Das ist es auch, was wir unter Innovation verstehen“, ergänzt Max. „Die Art und Weise wie Snowparks bisher gebaut werden, ist unserer Meinung nach nicht richtig. Wir gehen da unseren Weg und der heißt schnell, leicht, sicher.“, so Max.
Das dumme an Aluminium ist, dass es dreimal soviel kostet wie Eisen. Aber Max und Alex sind überzeugt davon, dass sich die Qualität auf dem Markt durchsetzen wird und nicht das Billigste.

Max legt kommentarlos eine DIN-A-5-Broschüre auf den Tisch und schlägt sie auf. Tippt auf ein Foto, auf dem ein Snowboarder auf der Seiser Alm gerade über eine vier bis fünf Meter lange Box saust, die aussieht wie eine umgekippte Bierflasche. „Haben wir für Budweiser gemacht. Sieht toll aus, oder?“

Das Telefon klingelt. Alex geht dran, gibt den Hörer direkt an Max weiter. „Parla inglese“. Max übernimmt den Englisch sprechenden Anrufer. „Hello. Yes. Yes. Yes. The best team will win 2000 Euro. Yes.“
Max nimmt den Hörer vom Ohr und fragt Alex: „E quanto devono pagare loro per la partecipazione?“ Alex: “Seicento.” Max wieder ins Telefon: “Sixhundred. Yes. For the whole team. Yes. For five days. Yes. You have everything. Sleeping. Eating. Yes. Ciao.“ Max legt auf. „Wir organisieren ein Snowboard-Event. Die Leute melden sich grade an.“ Events organisiert F-Tech in Obereggen, im Schnalstal und auf der Seiser Alm.

Vor Kurzem wurde F-Tech von einem Skigebiet aus Slowenien kontaktiert. „Das freut uns dann natürlich, dass man uns schon für den Bau von Snowparks ins Ausland holen will“, erläutert Max. „Uns interessiert aber zuerst der Südtiroler Markt. Wir wollen zuerst qualitativ einwandfreie Produkte entwickeln. Dann können wir über Expansion nachdenken.“

TIS Cluster sports&winterTech
Mitglied beim TIS Cluster sports&winterTECH möchte F-Tech schon werden. Aber vorher müssen im eigenen Unternehmen noch kleinere Probleme gelöst werden. Alex sagt: „Wir bräuchten noch dringend eine günstige Konstruktionshalle. Die fehlt uns noch.“ Alles andere, sämtliche Planungsarbeiten, Werbung und die Organisation von Snowboard-Wettbewerben in verschiedenen Skigebieten, erledigt F-Tech vom Büro in der Laubengasse 244/A aus.

Vor allem die Frage, wie kann man Schnee sparen, treibt Max, Alex und Elmar um. Alex hätte sogar schon eine Idee: Man nehme eine Schicht Schnee und lege darüber große mit Luft gefüllte Stoffsäcke, riesige Luftmatratzen sozusagen, und ziehe darüber die nächste Schicht Schnee. Dann etwas abwarten, Luftmatratzen rausnehmen auf die darüberliegende Schneeschicht legen und immer so weiter bis, der Schnee, die richtige Höhe erreicht hat. „Das müsste schon allen Belastungen standhalten“, sagt Alex nachdenklich, „man müsst es halt ausprobieren.“

Neben der Schneemenge muss bei der Planung eines Snowboardparks auch an die erforderliche Pistensicherheit gedacht werden. Wo entsteht auf der Piste die höchste Geschwindigkeit und wo müssen Fangnetze und andere Sicherheitsvorkehrungen eingebaut werden.

Von der Halfpipe bis zum Event: hier in der Laubengasse 244/A in Meran werden die Snowparks von morgen entwickelt. Ideen sind genug da, Nachfrage auch, eine Konstruktionshalle wird schon gefunden werden und dann gibt es für die Snowboardfreaks von F-Tech kein Halten mehr.


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